Ich war eine gute Zuhörerin und auch eine gute Trösterin. Nach Feierabend setzte ich meine Seelemassage in dem hübschen Café fort, in dem wir schon gemeinsam hin und wieder nach Feierabend eingekehrt waren.
Es dauerte nicht lange, bis ich ziemlich genau begriff, wie groß die Liebe der beiden Frauen gewesen war und wie herrlich der Sex. Mir war auch nach der Stückweisen Beichte klar, dass Franziska mit Männern nichts anfangen konnte.
Wieder kam in mir so ein zwiespältiges Gefühl auf. Es war eine Mischung von Unverständnis und Neugier. Das war es sicher, was der Sache seinen Lauf gab. Aus dem Händchenhalten im Café wurde, dass wir später Arm in Arm auf ihre Wohnung zugingen, die in einer ganz anderen Richtung als meine lag. Wie in stummer Übereinstimmung landeten wir in ihrem Wohnzimmer. Unter Tränen erzählte sie mir noch einmal einiges, was dieses Zimmer an Liebe schon erlebt hatte. Mit großen Augen schaute mich Franziska an, als ich ihr zuerst die Wangen küsste und auch noch mit meinen Lippen ihre berührte. Sie schien davon zu erstarren. Mir war es wie ein elektrischer Schlag. Ihre Erstarrung löste sich allerdings sofort auf. Die Berührung unserer Lippen hatte bei ihr ein Ventil geöffnet. Sie nahm mich in die Arme und küsste mich richtig. Ich gab den Kuss mit der gleichen Innigkeit zurück. Keine von uns schloss dabei die Augen. Wir sahen uns mit geweiteten Pupillen an.